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© 2019 by Anna Rothärmel

 

Elefanten und der Tourismus

Februar 2018.

Ich war mitten in meinem Backpacking-Abenteuer durch Laos und wollte unbedingt Elefanten in der freien Natur sehen. Easy peasy lemon squeezy, würde man denken. In Asien gibt es ja ausreichend Attraktionen für Touristen, in denen Elefanten die Hauptrolle spielen. Aber es war alles andere als leicht.

Ein Manhout bringt den Elefanten in den Dschungel, wo er die Nacht mit seiner Familie verbringt

Komm, komm! Reite auf Elefanten, bade sie und füttere sie!

Genau das, was ich nicht wollte. Nachdem ich einige Artikel über Elefanten und die Tourismusbranche in Südostasien gelesen habe, wusste ich, dass Elefanten sogar in manchen der Auffangstationen nicht natürlich und in einem ethisch vertretbaren Rahmen behandelt werden.

Wir alle kennen die Bilder: Touristen reiten auf diesen majestätischen Tieren, füttern und baden sie. Doch hinter den Kulissen spielt sich Dunkles ab. Elefanten sind Wildtiere! Um sie also dazu zu bringen, bei all diesen Instagram-würdigen Aktionen „mitzuspielen“, werden sie geistlich gebrochen. Dieser Prozess nennt sich „Elephant Crushing“.

Sie werden in Käfige oder kleine Ställe gesperrt, sind an die Wände gekettet, können sich nicht bewegen und oft werden Nägel oder Stäbe in ihre Ohren und Beine gestochen. Mit diesen Methoden werden sie gezähmt, sodass sie all die netten Attraktionen für die Touristen aufführen, die wir vom Fernsehen und von Bildern kennen. Denn es mag vielleicht überraschen, aber Elefanten malen in der freien Natur eher selten Bilder mit ihrem Rüssel.

Badezeit!!! Sie war ganz klar nur mit den Füßen drin.

Gott sei Dank habe ich etwas anderes gefunden. Ich habe ein Wochenende im Elephant Conservation Center verbracht, irgendwo im Nirgendwo in Laos. Warum ich das gemacht haben? Ich bin Copywriter und gute Slogans fesseln mich. Ihrer war:

KOMM UND TRIFF DIE ELEFANTEN. IN IHREM ZUHAUSE.

Und natürlich wollte ich auf alle Fälle unethische „Auffangstationen“ oder „Elefantenparks“ vermeiden.

Als ich das Wochenende dort gebucht habe, sagte man mir, „du wirst nicht mit den Elefanten interagieren. Du wirst nicht auf ihnen reiten, sie nicht baden und sie nicht füttern.“ Sie wurden alle aus der Gefangenschaft gerettet, u. a. von den Tourismuszentren, in denen sie ihr Leben lang misshandelt wurden.

Man sollte nicht auf Elefanten reiten! Wobei, man kann schon, das habe ich dort auch gesehen. ABER eine Person pro Elefant. Auf dem Nacken und nicht auf dem Rücken. Eine Person, der sie voll und ganz vertrauten. Eine Person, die sich jeden Tag rund um die Uhr um ihren Elefanten gekümmert haben! Und niemand sonst, nicht einmal ein anderer Mahout durfte auf einem anderen Elefanten reiten.

Und was haben wir gemacht? Wir haben beobachtet. Wir waren Besucher und haben vieles über die Situation der Elefanten in Asien gelernt. Wie sie für ihre Stoßzähne getötet werden, wie sie an Zoos der ganzen Welt verkauft werden, wie sie für das Entertainment von Touristen misshandelt werden.

Letzte Woche habe ich gelesen, dass sie die ersten Elefanten wieder in die Wildnis entlassen, wo sie hingehören.

Das sollten wir alle mit unserem Geld unterstützen. Und glaubt mir, sogar ohne jegliche Interaktion: Die Elefanten werden euch für den Rest eures Lebens fesseln!